Gewandung, Accessoires & Unterbau
Tageschronologie, Galanteriewaren & die unsichtbare Architektur der Silhouette
Gewandungsregeln & Tageschronologie
Vom morgendlichen Négligé bis zur großen Ball-Parure
Die Garderobe der eleganten Welt zwischen Paris und London unterlag einem unerbittlichen chronologischen Gesetz, das bis zu vier vollständige Kleiderwechsel am Tag erzwang: vom ausnahmslos weißen, hochgeschlossenen Baumwoll-Négligé des Morgens über das Walking Dress mit Spencer und Schutenhut (Capote) zum Gabelfrühstück bis hin zur Demi-Parure mit Kaschmirschal für die Nachmittagspromenade. Mit dem Glockenschlag zum Dîner und für den Whisttisch übernahm die Parure aus schwereren Seidenstoffen mit freiem Dekolleté, Toque oder Turban die Herrschaft, bevor im Ballsaal das schlepplose, knöchelfreie Costume de Bal über glänzendem Satin Slip für die Dame im bloßen Haar (en cheveux) und das strenge Evening Full Dress mit Kniebundhose (Culotte), weißen Seidenstrümpfen und degenlosem Tuchfrack für den Herrn zur Pflicht wurden – scharf getrennt von der zeremoniellen Hofgalatracht (Costume de Cour) und dem seidenen Domino des Maskenballs.
I. Das Uhrwerk der Eleganz
II. Das weiße Gesetz des Morgens
III. Schutenhut, Spencer und Gabelfrühstück
IV. Kutschenvisite und Glanz des Nachmittags
V. Das Missverständnis der Tea Time
VI. Der Glockenschlag zum Abendkleid
VII. Kerzenschein am grünen Spieltisch
VIII. Die Architektur der Schwerelosigkeit
IX. Vor dem Thron zu jeder Stunde
X. Die schwarze Seide der Intrige
XI. Die Toilette des Geheimnisses
XII. Das Trugbild des schwarzen Operncapes
Accessoires, Schmuck & Galanteriewaren
Réticule, Cravate, Brisé-Fächer & das Souvenir d’Amitié
Als die schmale Säulenlinie des Musselinkleides und der hautenge Herrenfrack keine ausbuchtenden Innentaschen mehr duldeten, wanderten die persönlichen Begleitgegenstände als kunstvolle Galanteriewaren nach außen: Damen führten das seidene Réticule (spöttisch Ridicule) am Handgelenk, drapierten indische Kaschmirschals über die Schultern, schützten sich im Winter mit gewaltigen Pelzmuffen und kühlten sich im Ballsaal mit geschrumpften Brisé-Fächern aus durchbrochenem Horn oder gedruckten Country-Dance-Fächern. Da das papierne Ballbüchlein erst Jahrzehnte später erfunden wurde, notierte man Tänzer auf den abwaschbaren Elfenbeinblättchen des Souvenir d’Amitié, während auf dem weißen Kleid farbige Kameen, rote Mittelmeerkoralle und geschliffener Stahl (Cut Steel) leuchteten und der Herr hinter seiner skulptural gebundenen weißen Cravate, dem flachen Chapeau bras unter dem Arm und den klingenden Uhrpetschaften (Fob Seals) am Hosenbund seine Distinktion bewies.
I. Vom Verborgenen an das Handgelenk
II. Wärmende Plastik und antiker Faltenwurf
III. Architektur am Hals und unter dem Arm
IV. Die geschrumpfte Brise
V. Elfenbeinblättchen statt Papierheft
VI. Klingende Siegel und zweigeteilte Münzen
VII. Erste Hilfe gegen Vapeurs und Miasmen
VIII. Die Choreografie der Promenade
IX. Farbige Plastik auf weißem Grund
X. Tabak, Funken und verborgener Stahl
Unterwäsche, Weißware & Unterbau
Chemise, gekordelte Stays, Bodiced Petticoats & Glacéhandschuhe
Entgegen der modernen Legende vom ungeschnürten Naturkörper ruhte das hochtaillierte Kleid zwischen 1795 und 1825 auf einem präzisen architektonischen Fundament: Über der schmal geschnittenen Leinen- oder Baumwoll-Chemise hoben kurze oder hüftlange Schnürleiber (Short Stays und Long Stays) mit eingesetzten Brustkeilen (Bust Gussets) die Büste an und teilten sie durch ein zentrales Blankscheit (Busk) aus Holz oder Walbarte in zwei Hemisphären, während auch Dandys zu Schnürgürteln und Wadenpolstern griffen. Damit kein schwerer Bund auf den Rippen einschnürte, hingen die Unterröcke an angesetzten Leibchen (Bodiced Petticoats) von den Schultern herab, gestützt von einer schmalen Rückenrolle (Small Pad) unter der hohen Taillennaht. Sichtbare Weißware wie Chemisette, Fichu, Canezou und abnehmbare Unterärmel verwandelte das Kleid im Tageslauf, während querelastisch gewirkte Zwickelstrümpfe und ellenbogenlange weiße Glacéhandschuhe über Drahtspiralen oder schmale Tunnelzüge ganz ohne modernen Gummi fixiert wurden.
I. Die zweite Haut der Epoche
II. Die Architektur der hohen Büste
III. Die geglättete Säule
IV. Schwerelosigkeit von den Schultern
V. Die geheime Plastik der Antike
VI. Die Frage der Beinkleider
VII. Verborgene Schätze unter dem Kleid
VIII. Die Kunst der sichtbaren Weißware
IX. Maschenwerk und Drahtspiralen
X. Glacéleder, Tunnelzug und Venenstau
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Unterkunft & Hotels
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Anmeldung & Billetverkauf
Vorverkaufsstart am 15. September